Das Leben des Che

Ernesto Rafael Guevara de la Serna, besser bekannt als Ernesto Che Guevara, kam am 14. Juni 1928 auf einer Schiffsreise seiner Eltern, Celia de la Serna Llosa und Ernesto Guevara Lynch, im argentinischen Rossario geboren. Ernesto war ihr erstes Kind. Im Alter von zwei Jahren bekam er seinen ersten Astma-Anfall, die Krankheit sollte ihn sein Leben lang begleiten und eine prägende Rolle spielen.
Trotz seiner Krankheit entwickelte sich der junge Ernesto zu einem begeisterten Sportler. Anfangs unterrichtete ihn seine Mutter zu Hause, später konnte auch die Schule besuchen und schloss diese 1946 mit dem Abitur. Bereits früh kam Ernesto in Kontakt mit Politik und politischer Literatur, die der begeisterte Leser verschlang.

1947 nahm er an der Universidad Nacional de Córdoba sein Medizinstudium auf. Im Dezember 1952, ein Jahr vor seinem Examen, unternahm er gemeinsam mit seinem Freund Alberto Granado eine Reise durch Südamerika, die Che maßgeblich politische beeinflußte. Gemeinsam reisten sie auf einem alten Motorrad durch Argentinien, Chile, Peru, Bolivien und Venezuela. Unterwegs sahen sie die Armut und Ungerechtigkeiten des Kontinentes. In seinem Reisetagebuch stellte er fest "Dieses ziellose Streifen durch unser riesiges Amerika hat mich stärker verändert als ich glaubte".
Zurück in Argentinien schloss er am 11. April 1953 sein Medizinstudium mit dem Doktortitel in Medizin und Chirurgie ab. Lange hielt es ihn aber nicht in Argentinien. Bereits im Juli 1953 brach er zu seiner zweiten Südamerikareise auf. Diese Reise führte in zuerst nach Bolivien und Peru, anschließen nach Guatemala. Dort war 1950 Jacobo Arbenz Guzmán gewählt worden, der durch tiefgreifende Reformen die Armut im Lande bekämpfen wollte. Da er auch nicht vor einer Bodenreform halt machte, geriet er ins Visier US-amerikanischer Unternehmen, wie United Fruit Company, und der US-Regierung. Sie sahen in Arbenz die Gefahr des Kommunismus. Am 18. Juni 1954 wurde die Regierung Arbenz durch einen Putsch, unterstützt durch CIA und US-Regierung, gestürzt.
In Guatemala lernte er die Peruanerin Hilda Gadea kennen und lieben. Gemeinsam flohen sie nach dem Putsch nach Mexiko, wo beide am 18. August 1955 heiraten. Am 15. Februar 1956 wurde ihr erstes Kind Hilda Beatriz geboren.
Bereits im Sommer 1955 lernte Ernesto eine Gruppe Kubaner um Fidel Castro kennen, die nach einem gescheiterten Aufstand und anschließender Haft nun in Mexiko im Exil waren, um einen erneuten Aufstand gegen den kubanischen Diktator Batista vorzubereiten. Er schloss sich der Gruppe an, ab April 1956 erhielt die Gruppe nahe der mexikanischen Hauptstadt eine militärische Ausbildung. Nachdem das Lager aufflog, wurde die Mitglieder der Gruppe inhaftiert. Während die Kubaner relativ schnell wieder auf freien Fuß kamen, blieb Che zwei Monate in Haft. Nach seiner Entlassung tauchte er unter, um Mexiko nicht verlassen zu müssen, die Zeit drängte. "Che" ist ein in Argentinien oft gebrauchter Ausdruck, ein Füllwort, das auch Ernesto rege gebrauchte. Somit hatte er seinen Spitznamen bei den Kubanern weg.

Am 23. November 1956 verließen insgesamt 86 Rebellen Mexiko in Richtung Kuba mit der kleinen Yacht "Granma".
Bei der Ankunft in Kuba wurden sie bereits vom Militär erwartet. Im ersten Gefecht nach der Landung wurden alle außer 12 der Rebellen getötet oder festgenommen. Die verbliebenen zogen sich in die Sierra Maestra zurück und organisierten von dort die kubanische Revolution. Am am 21. Juli 1957 erhielt Che den Rang eines Comandante der Guerillaarmee M-26-7.
Nach fast zwei Jahren Kampf siegte die Revolution am 1. Januar 1959. Während der Kämpfe in der Escambray lernte Che die junge Kubanerin Aleida March kennen. Sie verliebten sich und heirateten am 3. Juni 1959. Gemeinsam bekamen sie vier Kinder.
Nach dem Sieg übernahm Guevara verschiedene Posten. Er war unter anderem Industrieminister und Präsident der Nationalbank.



Lange hielt es den Revolutionär jedoch nicht in Kuba. Bei Reisen durch Afrika kam er in Kontakt mit verschiedenen Befreiungsbewegungen. 1965 verließ er gemeinsam mit einigen weiteren Kubanern die Insel in Richtung Kongo, wo sie am Befreiungskampf teilnahmen. Schnell merkte der Che jedoch, daß die Organisation von Laurent Kabila nicht fähig war, eine Revolution durchzuführen. Enttäuscht kehrten die Kubaner zurück.
Die kubanische Revolution hatte einen großen Einfluß auf die Befreiungsbewegung in Lateinamerika, überall entstanden Guerillaorganisationen. Getrieben vom Wunsch Lateinamerika aus der Unterdrückung des Kapitalismus zu befreien, begannen die Planungen für einen Einsatz einer Gruppe Kubaner in Bolivien, der 1966 unter Führung des Ches begann.
Gemäß der Fokustheorie sollte eine kleine Gruppe in einem abgelegenen Gebiet Boliviens die Keimzelle einer Revolution aufzubauen.



Doch die kubanischen Erfolge konnte nicht wiederholt werden. Die Guerilla scheiterte an zahlreichen Problemen und wurde zunehmend mehr aufgerieben. Am 8. Oktober 1967 wurde Che nach einem Gefecht mit Regierungstruppen bei La Higuera verwundet und festgenommen. Man sperrte ihn in die kleine Schule des Ortes und verhörte ihn, um ihn anschließend zu erschießen.
Seinen Leichnam präsentierte die Armee stolz vor Journalisten. Die Nachricht des Todes von Che verbreitete sich schnell.



Mit seiner Ermordung schufen sie einen Mythos und Bezugspunkt für Generationen, trotz seiner Vermarktung und Kommerzialisierung in den letzten Jahren. Die Ideen leben weiter.

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